Mama

Anika, sag mal…

Juchu, endlich bin ich dran! Und ehrlich gesagt, kann ich es kaum erwarten! Mittlerweile habe ich eine kleine Liste angefangen, mit Fragen die ich dir gerne stellen würde. Fangen wir heute aber mal ganz leicht an:

Benutzt du in der normalen Kommunikation mit der Schildkröte Synonyme für manche Begriffe? Sagst du zum Beispiel „Heia machen“ für Schlafen gehen? Falls ja: Warum und in welchen Situationen besonders? Wenn nein: Warum nicht? Und stört es dich, wenn andere so mit deinem Sohn reden?

Gute Frage Nicole! Ich habe mir nämlich immer vorgenommen, genau das nicht zu machen.

Am Ende ist es so, dass er die Worte ganz alleine bastelt. Er spricht zwar nicht klar, aber es entwickelt sich grad jeden Tag und so ein Hund macht eben „wau wau“ und deswegen ist es für ihn einfacher hinter Omas Hund hinter her zu laufen und „wau wau“ zu rufen und ich lasse ihn auch.
Ständiges berichtigen macht ja was mit einem und ich will dieses Gefühl nicht auslösen. Es lässt einen klein und falsch fühlen. Der Zwerg macht viel durch und ich muss nicht noch drauf hauen mit so einem Pipifax.
Ich habe beobachtet, dass sich in einer Familie eine eigene Sprache entwickelt. Noch sind es Laute, aber ich weiß genau, wenn er meine Hilfe braucht, wenn er was Trinken oder Essen möchte.

Und manchmal schleicht es sich ein

„Heia“ sag ich tatsächlich, weil er es einfach versteht und ich ihn nicht wortlos ins Bett bringen möchte. Es hat sich ein allabendliches Gespräch entwickelt:
„So jetzt aber Heia“
„Ahhhh jaaaaa Heia!“
Und dann sitzt er da und klopft auf das Kopfkissen.

Was sich noch entwickelt hat, ist „ei“ machen für Streicheln. Tatsächlich ist auch das was, was er angefangen hat. Denn, wenn er Scar krault macht er einensehr hohen Ton und es klingt wie „eiiiiiii“ und das haben wir auch beibehalten.

Was ich aber nicht mache (außer bei „Heia“ und „ei“) ist, dass ich die Worte nicht vorgebe. Ich nenne eine Katze auch Katze und ein Hund ist ein Hund.

Ich prügel in das Kind keine Sprache, alles was ich machen kann, ist auf meine eigene Sprache zu achten. Wobei ich eh den ganzen Tag quassel und ich keinen Raum habe, ihm noch Sprache bei zu bringen….ich glaube, seine Ohren klingeln eh abends nach einem ganzen Tag mit mir. Aber zurück zum Thema.

Sprache ist Sprache, oder?

Aber noch sind die Worte recht egal habe ich das Gefühl. In unserem Urlaub habe ich unsere Gastfamilie gebeten, möglichst nur schwedisch zu sprechen und er hat auf diese eigentlich fremde Sprache reagiert, wie auf seine Muttersprache.

Ganz am Anfang habe ich mal gelesen, dass Kinder eher in der Lage sind Zeichensprache zu erlernen, als zu reden und so haben wir damit angefangen.
Lecker ist auf dem Bauch reiben.
Lieb sein und Lieb haben ist, den Kopf zur Seite legen.
Wenn etwas toll ist, wird geklatscht.
Und was er haben möchte, auf das zeigt er.
So konnten wir uns recht früh gut verständigen. Heute füge ich an das Zeigen die Worte und warte auf den Tag, an dem er es mir nach macht, ganz ohne Druck und Erwartung.
Zeigt auf seinen Becher, frage ich ihn „Möchtest du Trinken?“ und bei „Trinken“ halte ich ihm den Becher hin.

Viel wichtiger als Synonyme zu vermeiden, finde ich ganze Sätze zu sagen. Ich merke das selber manchmal, dass ich sage „Schildkröte trinken?!“ und dabei mag ich das eigentlich gar nicht. Das ist so unhöflich, als ob man in dritter Person spricht und gar nicht mit dem Kind direkt.

Witzig finde ich auch, dass man automatisch deutlicher spricht. All die verschluckten Endungen gibt es im Gespräch mit dem Räuber nicht und auch manchmal mit anderen Erwachsenen. Die gucken mich dann immer an, als ob ich debil wäre und jetzt völlig einen an der Klatsche habe, aber naja.

Also am Ende siehst du, ich war stets bemüht, aber mein Kind hat eigene Pläne. Und ich finde es wichtig, dass man sich aufeinander einstellt und nicht stur, am eigenen Vorhaben festhält oder das Kind zwingt, Dinge zu tun, für die es noch nicht bereit ist.

Hier schreiben wir beide - Du bekommst unsere Meinung zu allen möglichen Themen, die uns gemeinsam beschäftigen, zu lesen.

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