Diese Woche bin ich gerade noch dankbarer über diesen Blog und die Idee, ein Schwangerschaftstagebuch zu führen. Irgendwie hilft mir das, etwas klarer zu sehen und über gewisse Dinge, vor allem in der Rückschau, nochmal nachzudenken.

Nachdem die letzte Woche eigentlich sehr schön war – Peanut hat sich jeden Tag gemeldet, ich habe Stoffe gekauft, mein Hochzeitskleid festgelegt – ist diese Woche eher stressig und dank des Termins bei der Hebamme nicht ganz so toll.

Der Lieblingsmann hatte am Dienstag Geburtstag. Da wir unter der Woche nicht so groß feiern wollten, kam abends nur seine Schwester mit Mann zu Besuch. Das war echt toll, da sie auch schwanger ist und ihr Kind im Januar bekommen wird – wir können also vor allem bei der Hochzeit gemeinsam rumkugeln (auch wenn sie definitiv besser aussehen wird als ich – 7-Monats-Bauch vs. 5-Monats Bauch!).

Wir haben jedenfalls eine Menge gemeinsamer Themen über die wir uns austauschen konnten und es war echt schön, seine Gedanken zu teilen.

Termin bei der Hebamme

Am nächsten Tag hatte ich den Termin bei meiner Arztpraxis/Hebamme. Sie macht ja nur die Vorsorge, für die Nachsorge bin ich wie gesagt bei einer anderen Hebamme.

Und das ist gut so. Der Termin lief irgendwie nicht wirklich erfreulich, und das lag vor allem an ihren unterschwelligen Anschuldigungen. Ich kann wunderbar damit leben, wenn man mit mir Klartext spricht. Denn dann habe ich eine Chance, darauf zu reagieren.

Erst einmal hatte ich die „Vorbesprechung“. Dabei geht es jedes Mal darum, dass sie fragt, wie es mir aktuell geht. Und bis auf die, nach über 10 Jahren, wieder gekommene Neurodermitis habe ich gar nicht so viele Probleme – ich kann mich noch ganz gut bewegen und bis auf ein paar Kreislaufprobleme fühle ich mich eigentlich ganz gut.

Daraufhin wurde der Puls gemessen, der Bauch abgetastet und die Herztöne von Peanut abgehört. Da der Papa nicht dabei war, brauchte Peanut sich nicht verstecken. 😉 Und so waren die Herztöne wunderbar zu hören, ganz kräftig, ganz klar. Ganz regelmäßig. Da ich Peanut mittlerweile aber jeden Tag spüre – oft auch mit einem ordentlichen Tritt während der Arbeitszeit – habe ich mir keine großen Sorgen gemacht. Ich merke einfach, dass es Peanut gut geht, so naiv das klingt.

Dann sprachen wir über das Thema Glukose-Toleranztest. Hier gibt es ja 2 Formen: Den Glukose-Challenge-Test (ein kurzer Test, nicht besonders aussagekräftig, wie ich mittlerweile weiß, der aber von der Krankenkasse übernommen wird) und der Glukosetoleranztest. Letzterer ist aussagekräftig, wird aber erst gemacht, wenn es bei dem ersten Test Indizien gibt, dass der große Test gemacht werden muss.

Leider ist es aber so, dass der Glukose-Challenge-Test eben nur ein Vortest ist und nicht wirklich aussagekräftig, wie auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft bestätigt. Ich wollte also von der Hebamme zweierlei wissen:

  1. Ist der Test Pflicht? (Ich weiß, dass er das nicht ist und ich ihn ablehnen könnte)
  2. Kann ich auch direkt den Glukosetoleranztest machen – auf meine Kosten?

Bei Punkt 1 druckste sie erst herum. Dann sagte sie mir, dass er nicht wirklich Pflicht wäre, aber ich würde doch mein Kind nicht gefährden wollen. Zu Punkt 2: Nein, das macht die Praxis nicht.

Nun ja. Ich habe bis zum nächsten Termin noch 4 Wochen, um zu überlegen, ob ich den Zuckertest machen möchte (ich werde es wohl tun), aber begeistert bin ich davon nicht. Die Konsequenzen, die nämlich folgen, sind richtig doof: Großer Test, Ernährungsberatung, Blutzuckermessungen… Unter Umständen keine Chance auf eine natürliche Geburt, weil ja ein Risiko besteht und dann eingeleitet wird.

In meiner direkten Familie gibt es keine Fälle von Diabetes. Das fragte sie mich als nächstes. Dann betonte sie mehrfach, wie wichtig eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist – und schaute mich dabei immer so auffordernd an. Ja: Ich bin etwas übergewichtig. Das weiß ich. Dann kam wieder der Hinweis: Bitte bewegen sie sich. Ich erzählte ihr noch mal, dass ich jeden Tag Bewegung habe. Ich habe einen Hund, gehe 3 x am Tag mit ihm raus – und keine kleinen Runden. Ich HABE genug Bewegung. Sogar an der frischen Luft.

„Sie dürfen halt nicht so viel zunehmen, und müssen auf ihre Ernährung achten. Ich an Ihrer Stelle würde den Zuckertest dringend in Anspruch nehmen“. Ich sagte ihr, dass sie bitte einmal schauen sollte, was sie bisher als Gewicht in den Mutterpass eingetragen hat: Ich bin in der 23. Woche und habe seit Beginn der Schwangerschaft 500 Gramm zugenommen. 500 Gramm. Ein halbes Kilo. Für den Bauch, den ich gerade mit mir rumschleppe, finde ich das echt nicht viel.

Ich war wirklich ziemlich genervt von dem Gespräch, weil sie wirklich permanent auf dieser gesunden Ernährung, viel Bewegung und dem Zuckertest herum ritt – und ich mir dachte, meine Güte. Ich bin nicht doof. Ich habe dich verstanden! Aber du kennst mich nicht, du hast keine Ahnung, wie viel ich mich bewege, was ich esse und steckst mich einfach wegen meiner Anatomie in eine Schublade – ohne das zu hinterfragen. Denn meine Gewichtszunahme passt nicht zu jemandem, der sich jeden Tag ungesund ernährt und sich nicht bewegt.

Ich ging also mit keinem wirklich guten Gefühl aus der Praxis und war mehr als gefrustet. Ich sagte ja bereits, dass Schwanger sein nicht mein Lieblingszustand ist, hatte mich mittlerweile aber gut an den kleinen Bauchbewohner gewöhnt. Ich fühlte mich eigentlich auch sehr gut – bis zu dem Termin. Und ich weiß schon jetzt: Würde ich noch mal ein Kind bekommen, würde ich zu dieser Praxis nicht noch einmal gehen. Mittlerweile fühle ich mich von der Hebamme nicht wirklich unterstützt, sondern gegängelt und nur allein für das Abtasten und Herztöne hören bräuchte ich sie eigentlich nicht.

Ich grübele also seit dem Termin, was nun zu tun ist. Den Zuckertest werde ich wohl machen. Der Gedanke, dass es dann doch wirklich ein Problem gäbe und ich habe es bewusst ausgeklammert, ist mir doch zu heikel. Gleichzeitig überlege ich, beim nächsten Termin mit ihr Klartext zu sprechen und ihr zu sagen, dass mir der Umgang so nicht gefällt. Beim Zuckertest wird sie allerdings nicht dabei sein und so werden wir uns erst in 8 Wochen wiedersehen.

Ablenkung

Und was hilft nun gegen die blöden Gedanken? Genau – Ablenkung. Wir werden dieses Wochenende mit den Familien unsere Einweihungsfeier machen und den Geburtstag nachfeiern.

Dafür habe ich 3 Kuchen geplant und das Backen sollte mich ablenken. Leider komme ich deswegen wieder nicht an die Nähmaschine und ich finde es echt schade, dass sooo viele tolle Stoffe auf mich warten, aber Familie und Kuchen geht nun mal vor. 🙂

Autor

Kaffeesüchtig, Hundemama und bald Peanut-Mama. Alles andere als spießig, ständig Fernweh-geplagt und mit viel Konfetti im Kopf.

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