Mama

Smartwatch-mein Must Have

Ich wollte nie eine Smartwatch habe. Eigentlich bin ich nicht der Typ, der alle technischen Spielerein haben muss. Diese ganze Smarthomegeschichte ist nicht mein Ding. Alexa und co sind für mich Dinge, die die Welt nicht braucht. Mein Auto ist auch kein technisches Wunder, da hab ich mein Auxkabel und keine Freisprechanlange.
Mein Fernseher ist Internetfähig, weil das halt dabei war.

Handys nutze ich, bis es keine Updates mehr gibt oder sie schlicht weg versagen.
Trotzdem habe ich mir eine Smartwatch angelegt und sie war das beste, was ich tun konnte.

Bevor ich sie mir kaufte, musste ich rausfinden, welche ich kaufen sollte und so viel mir auf, wie viele bereits schon eine haben und, dass es vorallem Mamas sind, die eine am Handgelenk tragen.

Für welche ich mich entschieden habe, ist ganz egal, das muss jeder selber entscheiden.

Auf Arbeit sollten die Handys nicht auf den Tischen liegen und in Meetings sowieso nicht. Das finde ich gut und stehe auch voll hinter der Entscheidung. Nun habe ich eine vorgesetzte Position und damit ist man auch ein Vorbild. Also gilt für mich das „Verbot“ doppelt.

Vor dem Baby ist das auch kein Problem gewesen. Nach dem Baby schon.

Denn in mir machte sich eine Angst breit, dass ich was verpassen würde. Dass ich den ersten „Ihr Kind ist krank“ Anruf einfach nicht mitbekomme und er dann da sitzt in der Kita und leidet und ich das nicht weiß.

Es wurde immer schlimmer, so sehr, dass ich Bauchweh bekam. Ich weinte Rotz und Wasser, weil mir das alles über den Kopf zu wachsen schien. Immerhin wusste ich nun 2 Jahre lang, in so gut wie jedem Moment, was meinen Schatz bewegt und nun? Musste er sich allein behaupten und ich würde vielleicht gar nicht mitbekommen, dass er mich braucht.

Kurzzeitig wurde es so schlimm, dass ich drauf und dran war zu kündigen und das Handtuch zu werfen. Mir einzugestehen, dass ich keine der Frauen bin, die alles unter einen Hut bekommen. Kind und Karriere vereinbaren schien zur Mammutaufgabe zu werden, einer, der ich nicht gewachsen war.

Nun bin ich eigentlich niemand, der aufgibt und so musste eine Lösung her. Eine, die nicht heißt, ich werde zu Glucke.
Eigentlich war das Problem ja nur, dass ich mich unerreichbar fühlte und das musste ich in den Griff bekommen.
Also machte ich  mich schlau und bekam endlich eine Empfehlung einer Uhr, die ich auch noch mochte.

Ganz spontan setzte ich mich ins Auto und fuhr eine halbe Stunde wieder zurück nach Rostock, stürmte in den Elektromarkt und verhaftete den nächsten Mitarbeiter, der leider der langsamste der Kette war und kaufte die Uhr, ohne sie vorher in Real gesehen und ausprobiert zu haben. Dann sauste ich wie der Wind heim, lud die Uhr auf und verknüpfte sie mit dem Handy und dann gab es einen lauten Knall. Der Stein fiel von meinem Herzen.

Jetzt gehe ich gern zur Arbeit, denn da ist diese kleine Dinge an meinem Handgelenk, das treu vibriert, wenn es eine Nachricht gibt und ich kann entscheiden, es zu sehen, oder nicht. Ich weiß, dass ich es mitbekommen werde, egal ob Meeting oder einfach in meine Arbeit vertieft.

Ich würde nicht sagen, dass es ein Must Have ist für jede Mama. Für mich ist es das und, wenn ich mit meinen Freundinnen rede, dann fühlen sie wie ich.
Und ja, wenn man sich vor Sorge nicht konzentrieren kann und die Sorgen körperlich werden, dann ist es eine schöne Erleichterung!

Und das Ding misst meinen Schlaf-spannend!
Und es sagt mir, wenn ich zu lange still sitze, das nervt. Das macht es einem so bewusst.

Serienjunki, Buchverrückt, Mama seit 2018

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