2 Wochen geht der Zwerg nun in die Kita. Gut, eigentlich 3. Aber eine Woche davon waren wir Zuhause mit einer Erkältung und während der Kleine nun wieder fit ist, wird es bei mir nicht besser. *Yeah*

In diesen 2 Wochen hat sich viel getan, gerade bei mir im Kopf.

Grundsätzlich geht der Herr Sohn gern in die Kita. Das Wort macht ihm keine Angst und er ist danach auch gut gelaunt.
Ins Auto einsteigen ist aktuell eh nicht sein Ding, das bleibt außer der Wertung.

An guten Tagen läuft er auch allein von seiner Gruppe, bei welcher wir Hausschuhe anziehen in die Morgengruppe, in der sich alle Kinder erstmal treffen und später in die eigenen Gruppen gehen.

Aber ich fang mal vorne an.
Die kurze Zeit haben wir genutzt, um heraus zu finden, wie wir den Tag am besten starten. Da es kurz nach dem Abgeben in der Kita Frühstück gibt, haben wir beschlossen, nicht groß zu was zu essen am Morgen.
Es gibt also Kekse im Bett bei Kinderliedern. Er liebt es und fragt sogar schon nach seinen Keksen. Dabei kann ich mich fertig machen und ihn anziehen. Was aktuell ein Drama hoch 10 ist. Meist kommt die Oma mit hoch und kümmert sich, sodass ich mein Pausenbrot und den Kinderrucksack machen kann. Dann geht’s meist auch schon los. Neuerdings nicht mehr über den Hof, denn mir gehen die Argumente aus, weshalb um kurz vor 7 Uhr kein Bobby Car gespielt wird.

Nach einem Drama ums Einsteigen geht’s los. Bei der Abgabe gibt es aktuell noch Tränen, aber es wird sich so toll gekümmert, dass meist schneller Ruhe ist, als ich aus der Kita bin. Dafür bin ich wahnsinnig dankbar.

Für mich geht’s dann zur Arbeit und dank einer Strecke von 40 Minuten kann ich ganz gut abschalten und von dem Abschiedsschmerz zu erholen.

Ich gehe einfach immer weiter, wenn er weint. Zurück zu gehen wäre wohl das Schlimmste, was ich ihm antun kann. Eine zweite Trennung und  das ganze Spiel immer wieder führt leider zu keiner Besserung und er muss ja hin. Also habe ich mir angewöhnt, einfach einen Fuß vor den anderen zu setzen, noch mal ein kurzer Blick auf den Essensplan, ins Auto, Musik an und los.

Meine Uhr hilft mir, die getrennten Stunden ruhig zu verbringen, warum kannst du nachlesen.

Trotzdem stürme ich 15:30 Uhr wie eine Geisteskranke zur Tür hinaus, jumpe in mein Auto und schlängel mich durch die Innenstadt zur Autobahn, um dann kurz nach 16:00 Uhr mit einem dicken Grinsen auf dem Boden zu hocken, meine Arm auszustrecken und meine große Liebe in den Arm zu nehmen. Es ist einfach immer wieder unfassbar, dieses Gefühl.

Wir holen dann seine Sachen, gehen zum Auto und dort zaubere ich einen Keks aus seinem Rucksack, während er allein und diesmal ganz ohne Drama auf seinen Sitz klettert und den Keks nascht, während wir nach Hause fahren.

Er fehlt mir in jeder Sekunde und, wenn ich in der Mittagspause schnell in einen Laden husche, dann habe ich stets das Gefühl, etwas vergessen zu haben, als würde ich hinken. Ich habe mich so daran gewöhnt, ihn an meiner Seite zu haben, dass er mir entsetzlich fehlt, wenn er nicht da ist. Er fehlt mir so unglaublich, dass ich ihn manchmal lachen höre, obwohl er 40 km von mir entfernt ist. Es geht ihm gut dort und er hat Spaß, aber es ist schwer zu akzeptieren, dass er jetzt ein Leben ohne mich hat. Ich weiß nicht mehr, was er den ganzen Tag erlebt und gesehen hat und ich kann es kaum erwarten, dass er mir von seinem Tag selber erzählen kann. Wenn wir abends im Bett liegen und ich seinen Geschichten und Problemen lauschen darf.

Bis dahin versuche ich, das Hier und Jetzt zu genießen, die Zeit, die wir haben mit Schmusen und wenig Alltag zu füllen.

Erschreckender Weise mag ich das, was wir haben auf eine Art und Weise, denn mein Tag hat so einen Rahmen bekomme, eine Struktur, dir mir hilft zu funktionieren. Jeden Tag weiter zu machen. Eine Struktur, die mich aufrecht hält.

Jetzt muss die Schildkröte nur noch aufhören zu weinen, wenn ich gehe.

Autor

Serienjunki, Buchverrückt, Mama seit 2018

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